Learnings vom Namingteam | Time-Management
Vergleicht man Namingprojekte, die intern durchgeführt werden mit
externen, die von Namingspezialisten gemanagt werden, so sind meist
gravierende Unterschiede in Durchführung, kreativen Ansätzen und
effektivem Zeitmanagement festzustellen. Hier einige „Zeit-Fragen“, derer Sie sich bei der Projektplanung bewußt sein sollten:
Wann sollte optimalerweise ein Namingprojekt begonnen werden?
Sobald
alle Anforderungen an den zukünftigen Markennamen vorliegen und aus
diesen klare Selektionsparameter definiert werden können, kann ein
Namingprojekt gestartet werden. Es sollten also Fragen zur Strategie
(Markenarchitektur, Vertriebsländer, etc.), zur Positionierung (USP,
Benefit, Reason Why, Tonalität, Assoziationskraft etc.), zur Zielgruppe
(ConsumerInsight, Bedürfnisse, Kaufprozess, etc.) sowie Fragen zum
Wettbewerb (aktive und inaktive Markennamen, Positionierung, Stärken
und Schwächen, etc.) beantwortet werden können. Liegen die
Informationen vor, kann das Naming noch während der Produktkonzeption
begonnen werden. Denn wird das Produkt vor dem Launch auf
Marktfähigkeit getestet, sollten 2-4 Namensvarianten zur Auswahl stehen
und diese selbstverständlich bereits angemeldet sein.
Wie lange darf ein Namingprojekt dauern?
Da
jährlich allein in Deutschland ca. 70.000 Marken angemeldet werden,
können die eigenen Namensideen bereits zum Zeitpunkt ihrer Entstehung
überholt sein... Wer zuerst einen Namen zur Markenanmeldung einbringt,
hat „alle Zeit der Welt“, gegen die nachfolgenden gleichen oder
ähnlichen Namen vorzugehen. Berücksichtigt man dazu die Flut an
Domainanmeldungen, kann ein Namingprojekt schnell „zum Lauf gegegn die
Zeit“ werden. Wenn Sie den Beitrag zu Ende gelesen haben, sind alleine
in Deutschland bereits ein bis zwei Marken angemeldet worden.
Die Faustregel für das Zeitmanagement eines Namingprojektes lautet daher: • Namenskreation in zwei bis drei Wochen • Prüfungsphase bis zur Markenanmeldung ein bis zwei Wochen
Innerhalb
dieser Laufzeit kann eine ideale Namenauswahl gewährleistet werden,
wenn ein permanenter Check (nach dem Prinzip des iterativen Prozesses)
berücksichtigt wird.

Wie lange können die Ergebnisse aus der Änlichkeitsrecherche von den finalen Namen als aktuell angesehen werden?
Sie
sind nur solange aktuell, bis ein identischer oder ähnlicher Name als
Marke angemeldet worden ist. Und da man keinen Einfluß darauf hat,
welche Namen und wann von Dritten angemeldet werden, ist eine zügige
Abwicklung äußerts wichtig! Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die
teuren Ähnlichkeitsrecherchen von Tag zu Tag immer weniger wert sind,
solange der neue Name beim Marken- und Patentamt nicht als Marke
angemeldet worden ist. Sicherheit gibt daher wirklich nur die Anmeldung.
Wann und welche Namen sollten angemeldet werden?
Eine
Markenanmeldung sollte unmittelbar nach Abschluss der Beurteilung der
Ergebnisse aus der Ähnlichkeitsrecherche durchgeführt weden. Da nicht
ganz auszuschliessen ist, dass ein recherchierter Name während der
Widerspuchsfrist von Dritten z.B. mit älteren Markenrechten bis zu
seiner finalen Registrierung „zumindest hingehalten“ werden könnte, ist
es taktisch sinnvoll, mit zwei Namen in die Anmeldung zu gehen. Ob die
beiden Markennamen jedoch unter dem eigenen Unternehmensnamen
angemeldet werden sollten, ist ebenfalls aus taktischen Gründen
abzuwägen.
PRAXIS-Fall:
Das
Namingprojekt für ein neues Sortiment im LEH konnte von unserem Team im
Januar 2009 bereits nach drei Wochen (noch während der
Konzeptionsphase) abgeschlossen werden. Da beim Kunden die internen
Entscheidungen bezüglich des Sortimentkonzeptes die notwendige
Markenanmeldung hinausgezögert haben, landete der finale Name vorerst
in „einer sehr gut behüteten“ Schublade. Die Entscheidung für die
Markenanmeldung hat sich dann tatsächlich bis Mitte April 2009
hingezogen. Zufälligerweise hat ein IT-Unternehmen Ende Februar 2009
eine identische Marke angemeldet. Die Produkte waren im Grunde für
andere Verkehrskreise vorgesehen, es gab jedoch eine Überscheidung in
vier von sechs Warenklassen. Da der Name bereits graphisch
aufbereitet und intern kommuniziert worden ist, darüber hinaus der
bevorstehende Launch nicht mehr aufgeschoben werden konnte, blieb nur
noch die letzte Möglichkeit, den Namen als Wortbildmarke anzumelden. Es
ist zwar eine Lösung gefunden worden, aber sicherlich keine optimale.
|
|